Juli 2022
Querung des Mühlbachs entlang der Brenner Bundesstraße
Querung des Mühlbachs entlang der Brenner Bundesstraße

Bereits seit längerer Zeit war klar, dass die Abwasserreinigung im Stubaital (Österreich) aus gewässerökologischer Sicht dringend verbessert werden muss. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse innerhalb des Tals war ein Aus- bzw. Umbau der alten Kläranlage mit großen Schwierigkeiten verbunden. Im Rahmen einer Variantenstudie wurde herausgearbeitet, dass ein neuer Ableitungskanal mit über 11 Kilometer Länge vom Stubaital hinunter bis zum Stadtgebiet von Innsbruck die technisch und wirtschaftlich beste Lösung ist.

Die Aufgabe für die STEIN Ingenieure gliederte sich in 2 Phasen. In einem ersten Schritt sollte die tatsächliche technische Umsetzbarkeit überprüft werden. Der potentielle Trassenkorridor verläuft mitunter in einem engen Taleinschnitt mit steilen Hangflanken und dichter Bewaldung. Ein einfacher Waldweg soll gleichzeitig mit der Kanalbaumaßnahme zu einem Radweg ausgebaut werden, um einen Mehrwert für den Tourismus im Stubaital zu erzielen. Danach folgt der Kanal sowohl kleinen Anliegerstraßen als auch über rund 4 km der stark befahrenen Brenner Bundesstraße. Insgesamt quert der Kanalstrang 11 Gewässer, wobei dies sowohl mittels Dükerungen als auch unter Nutzung von Brückenaufhängungen erfolgen soll.

Infolge der topographischen Verhältnisse und der Trassenführung muss das Wasser 2 Hochpunkte auf seinem Weg in Richtung Innsbruck überwinden. So wird das Abwasser zukünftig im Anfangsbereich über eine Streckenlänge von 4.380 m (maximale Förderhöhe 80 m) gepumpt. Nach einer Freispiegelstrecke geht es dann über einen 3.260 m langen Dükerabschnitt bis zum Gewerbegebiet Gärberbach und dem Anschlusspunkt an das Bestandsnetz.

Im Zuge der Prüfung der technischen Umsetzbarkeit wurden Themenfelder wie z.B. die hydraulische Nachweisführung und Rohrdimensionierung, die Bestimmung von erforderlichen Sonderbauwerken, die Machbarkeit von Gewässerquerungen, Rohrverlegung im Steilgelände usw. behandelt.

Im der zweiten Projektphase mussten dann die erforderlichen Projektunterlagen für den Antrag zur wasserrechtlichen Genehmigung unter Hochdruck in lediglich 4 Wochen erstellt werden. Danke nochmals an unser fleißiges Innsbrucker Projektteam.

Ruetztal mit Blick auf den Stubaier Gletscher Ruetztal mit Blick auf den Stubaier Gletscher