Nov. 2020
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Im Rahmen der Sanierung der Mischwasserkanalisation der Stadt Augsburg wurde eine insgesamt 535 m lange Strecke eines über 100 Jahre alten Kanals bestehend aus einem Maulprofil 1500/2000 in der Innenstadt mittels Schlauchliningverfahren saniert. Zur Inversion der Schlauchliner wurden zudem drei bis zu 5,50 m tiefe Baugruben erstellt.

Von Seiten der Stadtentwässerung Augsburg wurde die Stein Ingenieure GmbH mit der Planung, Ausschreibung und Bauoberleitung des zu sanierenden Kanals beauftragt. Die zur Inversion der Liner notwendigen Baugruben wurden so platziert, dass aus jeder Baugrube zwei Schlauchliner, jeweils in und gegen Fließrichtung inversiert werden konnten, so dass insgesamt 4 Linereinbauten notwendig waren. Eine dritte Baugrube wurde für die Abwasserüberleitung des wichtigen Hauptsammelkanals während der Bauzeit sowie für die Errichtung eines neuen Einstiegsschachts benötigt. Zur Aushärtung des Synthesfaserliners, der im eingebauten Zustand eine Wanddicke von 35 mm hat, wurde die Warmwasserhärtung gewählt.

4 Tage vor den geplanten Einbauterminen der Linerabschnitte wurde im Werk der Fa. Aarsleff Rohrsanierung GmbH mit der Tränkung der Liner begonnen. Die Liner wurden dann mittels Sondertransport über Nacht auf die Baustelle transportiert, so dass zu Beginn des Arbeitstages mit der Inversion der bis zu 153 m langen und 45 to schweren Schlauchliner begonnen werden konnte. Für die komplette Aushärtung der einzelnen Schlauchlinerabschnitte wurden durchschnittlich 3,5 Tage benötigt.

Das vorliegende Beispiel zeigt eine komplexe Sanierungsmaßnahme mit einer für alle Beteiligten nicht alltäglichen Dimension der Liner sowie besonderen, erschwerten Randbedingungen wie Herstellung der Baugruben im Grundwasser, sehr beengten Platzverhältnissen, Aufrechterhaltung des Verkehrs in einer Hauptverkehrsachse und Abwasserüberleitung des Hauptsammelkanals. Durch eine sorgfältige Planung und Projektvorbereitung sowie die anschließende professionelle Arbeit der ausführenden Firmen konnte dieses Bauvorhaben zur Zufriedenheit des Auftraggebers realisiert werden.

Durch die Laborergebnisse der entnommenen Linerproben wurden die Dichtheit sowie die statische Tragfähigkeit der eingebauten Schlauchliner bestätigt.